Das erst um 1160 mhd. als g(e)lücke oder mod. als (ge)lücke auftretende Wort entstammt dem altniederfränkischen gilukki und erweist sich als Präfixkompositum zwischen ge und dem Wort lücke. Glücken ist demnach ethymologisch auf das Ausfüllen von Lücken beziehbar.

 

Jochen Hörisch.In: Stefan Hajduk. Die Figur des Erhabenen. Robert Musils ästhetische Transgression der Moderne. Würzburg 2000

 

 

Ein Zwischenfall, ein Fehler, eine Lücke in der Contenance des Alltags...

Ich sitze in einer Lücke und suche nach einem Ausweg. Die Wege sind weg. Sie führen nicht heraus, sondern im Kreis herum, kommen an kein Ende, führen nicht zum Ziel, sondern zu anderen Wegen. Die Wege machen einen Umweg um das Ziel herum.
Ich stecke in einer Lücke fest und könnte sie zur vorläufigen Bleibe machen, indem ich sie erweitere, Spielraum und Bewegungsfreiheit schaffe zum Auf- und Abgehen, zum Nachdenken, wohin ich eigentlich will. Oder ich versuche gleich, einen Ausweg aus der Lücke freizuschaufeln.

 

Dank an Hannes Böhringer. Der Löffel. In: Notlösungen. Kultur und Christentum. Merve Verlag Berlin, 2012

 

  

 

 

 

befindet sich ein mensch in einem gestell, so kann er

darin bleiben oder es verlassen, wenn es zugelassen wird.

bleibt er, dann kann er warten und sonst nichts tun als warten,

oder er kann warten und beim warten etwas tun.

tut er etwas, so kann er es an sich selbst, einem lebewesen,

einem gegenstand oder an einer vorstellung tun.


aus Franz Mohn: herzzero

Janus press, Berlin 1996. Mit freundlicher Genehmigung von Gerhard Wolf